Vorteile, die uns die Erzeugung von Biogas in einem landwirtschaftlichen Unternehmen durch den Betrieb einer Biogasanlage bringt
Der Landwirt als Erzeuger qualitativ hochwertiger Produkte, als Aufbereiter gesunder Böden und Lieferant gespeicherter Sonnenenergie. Er schließt den Nährstoffkreislauf der Natur und wird zum Partner in der regionalen Wertschöpfung.
Tipp: Werfen Sie auch einen Blick auf unsere CD-Rom: "Biogasproduktion und Biogasverwertung"!
Kopfdüngefestigkeit verhindert Verätzungen an den Jungpflanzen.
Diese, durch das Biogasverfahren erzielte deutliche Verbesserung des Wirtschaftsdüngers ermöglicht eine, auf das Wachstum der Pflanzen abgestimmte Ausbringung von Biodünger (Gärrückstand). Dadurch wird ein besserer Nutzungsgrad der im Hofdünger vorhandenen Nährstoffe erreicht. Die gezielte, auf die jeweilige Wachstumsphase abgestimmte Düngerausbringung verbessert die Erträge qualitativ und quantitativ.
Die rückgeführte, hochwertige vergorene Biomasse schädigt das Bodenleben nicht. Im Gegenteil: Sie fördert mit den Reststoffen des Feldes die Bildung von Humus, der wiederum Grundlage eines regenerierten, gesunden Bodenlebens bereits für die nächste Saat ist. HUMUS IST BELEBTER BODEN!
Belebter Boden hat einen unschätzbaren Wert
Der Boden ist nur mit einer Humusschicht widerstandsfähig gegen Erosion. Der dürftig belebte und somit gestörte Boden wird bei Niederschlägen abgeschwemmt. Die Folge sind Abtrag und Verfrachtung in die Niederungen bis in die Gewässer.
Erosionserscheinungen sind primär kein geologisches Problem. Sie deuten auf mangelndes Bodenleben hin und können durch mehr Humusbildung verringert werden. Diese Art der Vorbeugung spart Kosten und heißt in der Folge mehr Einkommen.
Das Problem ist keineswegs marginal: Der Bodenabtrag in Gebieten mit hohen Viehbeständen und herkömmlicher Flächenbewirtschaftung wird heute bei rund 10 Tonnen pro Hektar und Jahr angesetzt.
Bodenerosion, Humus- und Nährstoffabtrag durch Wasser verursacht nicht nur dauerhafte Schäden auf dem jeweiligen Acker, sondern auch auf angrenzenden Feldern, an Gebäuden, Straßen, Vorflutern und anderen Gewässern.
Auf gesundem, belebtem Boden wachsen vitale Kulturpflanzen mit gut ausgebildeter Wurzelmasse. Sie wehren Insekten- oder Pilzbefall aus eigener Kraft ab, wie Praktiker bestätigen.
Pflanzenschutzmittel erübrigen sich damit fast gänzlich, damit ist auch der Arbeitsaufwand für die Spritzgänge hinfällig.
Der Einsatz von Mineraldünger ist aufgrund der verbesserten Düngewirkung des vergorenen Substrates gar nicht oder nur noch in geringem Ausmaß notwendig.
Durch die Behandlung des biogenen Materials unter Luftausschluss kommt es zur Mineralisation des Stickstoffes, der im Biodünger großteils als Ammonium vorliegt. Diese Stickstoffverbindung ist für die Pflanzen ,,mundgerechter" und daher rasch verfügbar, die Gefahr der Nitratauswaschung ist gebannt. Ammonium lässt sich viel schwerer auswaschen.
Die genannten Fakten belegen ein höheres landwirtschaftliches Einkommen durch Mehrertrag, sowie die Einsparung an Arbeitsgängen und Zeitaufwand.
Auf besseren, mit schlauerem Einsatz gedüngten Böden kann der Bauer Produkte erzeugen, die marktfähig sind. Im Durchschnitt erzielt er damit um 20% höhere Preise (Quelle: Ernteverband).
Unkrautsamen werden bei der Fermentierung fast zu 100% abgetötet.
Klimaschutz durch weniger Treibhausgas-Ausstoß bringt Bares:
In den rein betriebswirtschaftlichen Berechnungen werden die langfristigen Kosten für die Reparatur der Schäden - verursacht durch die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas - nicht mitkalkuliert. Die Höhe dieser Kosten wird recht
unterschiedlich, zwischen 4,36
und 160
pro Tonne in die Luft gepustetem CO2 angesetzt (Quelle: EU-Studie 1998).
Da bei der Verbrennung von Biogas sowohl in Gaskesseln als auch in Verbrennungsmotoren nur so viel CO2 freigesetzt wird wie der Atmosphäre zuvor durch die Pflanzen entzogen wurde, ist Biogas bei kurzfristigem Stoffkreislauf eine CO2-neutrale Energiequelle.
Die Geruchsentwicklung von Mist und Gülle ist bei ordnungsgemäßer Vergärung nahezu vollständig unterbunden, selbst bei Schweinemist.
Bis zur Jahrhundertwende waren landwirtschaftliche Betriebe nicht nur für die Lebensmittelversorgung, sondern auch für die Energieversorgung (vor allem mit Holz, Holzkohle, Talg, Wachs, etc.) zuständig.
Der Betrieb einer Biogasanlage und somit die biogene Kreislaufwirtschaft macht den Landwirt wieder zum dauerhaft zukunftsfähigen Versorger mit hochwertiger elektrischer und thermischer Energie. Die Verantwortung bleibt in seiner Hand und macht ihn unabhängiger.
Durch die Produktion von Biogas als sanfte, nicht begrenzte, erneuerbare Energiequelle, können Wärme und Strom langfristig ökonomisch zum Nutzen des bäuerlichen Erzeugers und der ganzen Region, unabhängig von äußeren Faktoren gesichert werden. Das effektivste Instrument ist dabei der Einsatz des Blockheizkraftwerkes (BHKW).
Als BHKW bezeichnet man von Gasmotoren angetriebene Energieerzeugungsanlagen, in denen bedarfsabhängig Wärmeenergie und gleichzeitig Strom erzeugt werden.
Einspeisetarife (Homepage der E.V.A.)
Das Temperaturniveau der aus einem Blockheizkraftwerk ausgekoppelten Wärmemenge liegt zwischen 90 und 180°C.
Die Abwärme kann als Warmwasser, Heißwasser oder Dampf zur Verfügung gestellt werden, was für die Vorgangsweise bei der Planung oft von ausschlaggebender Bedeutung sein kann. Eine Möglichkeit, die Heißwasser- oder Dampfleistung von der elektrischen Leistung abzukoppeln, bietet die Installation einer Nachverbrennungsanlage im Abgasstrom. Zur Erreichung guter Wirtschaftsdaten ist die gewissenhafte Berücksichtigung einer ganzen Reihe von Faktoren und Randbedingungen nötig, die nur durch eine sorgfältige Planung bzw. eine Feasibility- Untersuchung gewährleistet werden kann.
Biogas- Blockheizkraftwerke können ab der hier genannten Größenordnung überall dort gewinnbringend eingesetzt werden, wo Wärme und Strom oder auch Kälte gebraucht werden.
| Kennzahlen dreier Motorleistungen, die mit Biogas betrieben werden | ||||
| Mittelwerte | ||||
| Elektr. Leistung bei Biogas | kWel | 71 | 109 | 484 |
| Therm. Leistung bei Biogas | kWth | 114 | 161 | 608 |
| Spez. Verbrauch bei Biogas | kWh Brennstoff / kWh mech. | 2.89 | 2.80 | 2.49 |
| Spez. Verbrauch bei Biogas | kWh Brennstoff / kWh elektr. | 3.09 | 2.99 | 2.58 |
| Ölwechselintervalle bei Biogas | Bh | 800 | 800 | 800 |
Die Kofermentation schließt - wie ausgeführt - den Stoff- und Energiekreis und löst damit eine Fülle von Problemen: An erster Stelle steht die Verringerung des Bedarfes an Deponieraum.
Besonders für strukturarme oder flüssige, und somit schwer zu kompostierende, organische Stoffe ist die Methangärung eine wirtschaftliche Lösung, die die Freisetzung von Schadstoffen in die Atmosphäre und ins Erdreich verhindert.
Die Biogasanlage macht den landwirtschaftlichen Betrieb zu dem, was wir alle eigentlich wollen:
Der geschlossene Geld-Kreislauf, Geldumlauf, ausgeglichene Handelsbilanz zwischen Gemeinde und Land.
Durch den Bau von Biogasanlagen werden neue dauerhafte Arbeitsplätze und regionale Wertschöpfungspotentiale erschlossen, wobei die Biogasanlage als Motor für die regionale Wertschöpfung fungiert.
Die Biogasnutzung und -verwertung in der Region erspart darüber hinaus nicht nur die oben erwähnten, für die nächste Generation anfallenden Kosten für die Schäden durch den CO2-Ausstoß, durch Hochwasser und Bodenerosion, sondern schafft auch direkten und sofortigen Nutzen durch Beschäftigung des Bau- und Baunebengewerbes vor Ort und somit weitere Arbeit und Einkommen für die regionale Wirtschaft.
Weiters gibt der Betrieb mit und um die Biogasanlage so manchem Nebenerwerbsbauer wieder die Möglichkeit als Vollerwerbsbauer umfassend seinem alten und neuen Aufgabenbereich nachzugehen, und entlastet damit wieder den Arbeitsmarkt.
Die Handelsbilanz zwischen Gemeinde und Land entwickelt sich für die Gemeinde positiv.